Wie läuft eine Paartherapie ab?

Ihr habt euch entschieden, dass oder fragt euch noch, ob eine Beratung euch in eurer Beziehung helfen kann. Nun sucht ihr einen passenden Ort für euer Thema und fragt euch vielleicht, wie so eine Paartherapie oder Paarberatung konkret abläuft. Hier gerne ein paar Infos, wie es bei mir für euch sein kann.

Ihr meldet euch erst einmal bei mir, per Mail jederzeit oder tagsüber auch gerne telefonisch. Ganz wie es euch lieber ist. Wir vereinbaren dann einen Kennenlerntermin per Video oder auch gleich ein Erstgespräch in meinen Praxisräumen oder online.

In einem Kennenlerntermin zu 20 Minuten lernen wir uns kennen und ihr könnt alle Fragen stellen, die ihr habt. Wir klären dann gemeinsam, was euer Anliegen ist und ich kann euch nach meinen Möglichkeiten ein Angebot machen, was ich für euch tun möchte. Ihr könnt danach frei entscheiden, ob ihr einen weiteren Termin buchen wollt, vielleicht spontan noch im Termin oder später per Mail oder Telefon. Dieser Termin ist kostenfrei für euch.

In einem Erstgespräch zur Paartherapie oder Paarberatung zu 90 Minuten lernen wir uns kennen und ihr könnt alle Fragen stellen, die ihr habt. Vielleicht ist dies bereits in einem Kennenlerntermin oder Telefonat vorab geschehen. Wir klären danach gemeinsam, wie ich euch in eurem Anliegen unterstützen kann. Wir erarbeiten eure Ziele für die Beratung und konkrete Inhalte für die geplanten Beratung-Sessions. Natürlich sprechen wir auch über die Anzahl der Sessions, die es braucht, die Häufigkeit und welche Kosten für euch entstehen. Ihr könnt nach dem Erstgespräch frei entscheiden, ob ihr eine weitere Session zur Paartherapie oder Paarberatung bucht. Dies gilt im Übrigen für die gesamte Zeit der Beratung. Diesen Termin stelle ich euch mit 90 Minuten gemäß meinen jeweils gültigen Honorarsätzen in Rechnung.

Kurz zu den Begriffen Paartherapie und Paarberatung. Unter einer Paartherapie verstehe ich eine Beratung, welche auch auf die Schwierigkeiten und Themen zugrunde liegenden inneren psychischen Prozessen der Partnerpersonen blickt. Insofern geht es hier oft um die jeweilige Biografie der Partnerpersonen, zum Beispiel erworbene Bindungsmuster oder traumatische Erfahrungen. In einer Paarberatung bleibt es im Unterschied dazu bei einem Blick auf die aktuellen Kommunikations- oder Verhaltensmuster. Wir suchen nach konkreten und im Alltag umsetzbaren Lösungen für euch. Beide Beratungsformen sind dabei nicht scharf zu trennen und für euch ist es daher auch nicht so entscheidend, wie ihr die Beratung nennt.

Nach dem Kennenlernen und der Zielbestimmung in einem ersten Termin geht es dann so richtig los. Wir erarbeiten gemeinsam mit den besprochenen Inhalten und Methoden Möglichkeiten für euch, auf andere Weise mit euren Schwierigkeiten umzugehen. Eure Probleme und Konflikte werden zu Übungsmöglichkeiten im Alltag, die ihr mit mir gemeinsam reflektiert und dabei viele neue Einsichten und Handlungsmöglichkeiten erfahrt. Von Termin zu Termin erlebt ihr euch wirkungsmächtiger und kompetenter in eurer Beziehung. Vielleicht werden wir auch zwischendurch eure Ziele anpassen und neue Inhalte hinzu fügen. Wieviele Sessions es dazu braucht, hängt stark von euren Zielen und eurem Anliegen ab.

Nach einiger Zeit werdet ihr feststellen, dass es genug ist. Vielleicht habt ihr das Gefühl, nun eure Schwierigkeiten alleine lösen zu können, vielleicht habt ihr das Gefühl, es ist erst einmal gut so, wie es ist. Dann werden wir uns voneinander verabschieden. Wir schauen gemeinsam auf das Erreichte, blicken zurück darauf, wie es war und feiern, dass es nun anders ist.

Was kostet eine Paartherapie oder Paarberatung? Das hängt stark von eurem Anliegen ab. Gibt es eine konkrete Krise und hohe Eskalation? Gibt es bereits Trennungsabsichten? Dann sind es eher mehr Sessions. Kommt ihr frühzeitig und mit einem begrenzten Anliegen? Dann können bereits einzelne Sessions euch helfen.
Viele Paare benötigen nicht mehr als 5 bis 10 Sessions im Rahmen von 4 bis 10 Monaten für ihr Thema.

Ist jede Paartherapie oder Paarberatung erfolgreich? Vielleicht fragt ihr euch, ob die Beratung eure Beziehung retten kann und ihr danach wieder verliebt und freudig miteinander sein werdet. Dafür gibt es leider keine Garantie. Ich habe viele Paare begleitet, die miteinander einen guten Weg gefunden haben und wieder Zuversicht und auch Freude in der Beziehung erleben konnten. Und ich bin der Überzeugung: In Entwicklung zu gehen für mehr Bewusstsein und Achtsamkeit in Beziehung und Liebe ist immer etwas, dass sich lohnt. Findet es heraus!

Gerne berate ich euch dazu in einem Kennenlerntermin oder einem Erstgespräch persönlich.

Was unsere Bindungsmuster mit Affären und Fremdgehen zu tun haben

Wie wir in Beziehung mit anderen sein können, lernen wir bereits sehr früh in der Kindheit über die Bindung zu unseren ersten Bezugspersonen. Die dabei entstehenden Bindungsmuster sind uns meist nicht bewusst, bestimmen jedoch nachhaltig unsere Fähigkeit zu lieben, zu vertrauen, einander nah zu sein und auch welche Bedürfnisse wir in Beziehungen haben.

Hast du in deinem Leben viele sichere Bindungserfahrungen machen können, wird es dir eher leicht fallen zu vertrauen und Nähe oder Distanz zu regulieren. Du wirst eher deine Bedürfnisse und Wünsche in der Paarbeziehung äußern und auch leben können. Wozu solltest du also eine Affäre haben wollen, wenn du auch mit deiner Partnerperson alle deine Beziehungsträume teilen oder auch eine offene Beziehung leben kannst?

Fehlen dir sichere Bindungserfahrungen, dann  werden auch deine Bindungsmuster stärker von Unsicherheit oder gar emotionalem Durcheinander geprägt sein. „Fremdgehen“ mag sogar in deiner Kindheit überlebensnotwendig gewesen sein, da deine ersten Bindungspersonen dich nicht ausreichend versorgt haben. Dass dabei deine Bedürfnisse erfüllt werden, ist dir wichtiger gewesen, als eine nachhaltige Beziehung oder Bindung. Gar andere zu versorgen, emotionale Ressourcen zu teilen, ist dir eher fremd geblieben, ebenso Vertrauen in andere zu haben oder selbst vertrauensvoll zu sein.

Im Unterschied zu diesen eher psychologisch verstandenen Bindungsmustern stellt die Idee der Monogamie erst einmal eine kulturelle Konvention dar. Unsere Bindungsmuster oder Bedürfnisse in der Paarbeziehung können also im Konflikt mit unseren angenommenen oder geäußerten Werten in der Beziehung stehen. Affären und Fremdgehen sind einfach ein möglicher Ausdruck dieses emotionalen Konflikts.

Es ist es daher sehr wichtig, Menschen mit unsicheren oder chaotischen Bindungsmustern nicht zu verurteilen. Ich persönlich bewerte in meiner Arbeit mit Menschen „Fremdgehen“ oder „Affären“ nicht. Vielmehr empfehle ich einen Blick auf die zu Grunde liegenden Bindungsmuster, Bedürfnisse und Wünsche. Gerne informiere ich dich mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerntermin.

Wie ihr verhindert, dass kleine Konflikte eskalieren

Vielleicht kennst du das: Eigentlich ist es doch nur eine Kleinigkeit: Etwas musste erledigt werden, eingekauft, abgewaschen, aufgeräumt oder ein Termin eingehalten werden. Es ist aber dann vielleicht vergessen, versäumt, aufgeschoben, nicht gemacht. Eigentlich wäre es schnell noch erledigt, ein neuer Termin gefunden. Eigentlich …

Wenn Streits über Kleinigkeiten eskalieren, ist das ein Hinweis darauf, dass es möglicherweise um etwas ganz anderes geht, als die Kleinigkeiten, die zu erledigen waren oder den konkreten Termin, der versäumt wurde. Du kannst dich also auch fragen: Worum geht es denn in unserem Streit?

Häufig geht es um verletzte Gefühle. Ich fühle mich nicht beachtet, nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, nicht ernst genommen, vielleicht ausgenutzt. Wenn du den Eindruck hast, dass dies zutrifft, dann kannst du logischerweise im Streit keine Lösung auf der Sachebene finden. Der Einkauf, das Geschirr, der Termin – darum geht es ja gar nicht. Es geht um deine, um eure verletzten Gefühle.

Was du tun kannst ist, dass du zunächst mit dir selbst, aber auch anschließend mit deiner Partnerperson zu klären versuchst, um welche verletzten Gefühle es in eurem Streit geht. Oft weißt du es nicht auf den ersten Blick und es braucht schon ein wenig Übung dazu. Hast du jedoch einmal erfolgreich die Perspektive wechseln können, kannst du häufig dem Streit seine „überschüssige“ Energie nehmen.

Wenn Konflikte über Kleinigkeiten häufig eskalieren, kann das bedeuten, dass es zudem nicht um aktuelle Gefühle geht, sondern um möglicherweise biographisch erworbene Verletzungen. Du kannst dies selbst einmal überprüfen: Aktuelle Gefühle beziehen sich auf die derzeitige Situation, sie sind in der Regel gut regulierbar und auch für andere nachvollziehbar. Weil Gefühle aufgrund biographisch erworbener Verletzungen sich auf die Vergangenheit beziehen, sind sie meist für andere unverständlich und in der Situation oft unangemessen.

Wenn du oder ihr feststellt, dass ihr über eure verletzten Gefühlen nicht gut sprechen könnt oder es trotzdem weiter eskaliert, dann kann eine Einzelberatung oder Paarberatung hilfreich sein. Hast du den Eindruck, es geht auch um biographisch erworbene Verletzungen oder gar ein Trauma, dann ist eine traumsensible Beratung oder Paarberatung sinnvoll. Gerne beantworte ich dir oder euch dazu in einem Erstgespräch oder einem Kennenlerntermin weitere Fragen.

Wenn Konflikte immer wieder eskalieren

In einer stabilen Paarbeziehung gehören Konflikte einfach dazu. Nach dem „Honeymoon“ der gemeinsamen Verliebtheit handelt ihr Bedürfnisse und Grenzen in eurer Beziehung aus. Wer ist für was verantwortlich, wann für wen da, wie oft und überhaupt: wie wollen wir unser gemeinsames Leben gestalten? Das ist oft gar nicht so einfach, kostet Nerven, Gespräche und Zeit. Doch es lohnt sich meist, denn dadurch lernt ihr euch in euren wechselseitigen Bedürfnissen, Erwartungen, Wünschen und Möglichkeiten kennen. Ihr seid schließlich neugierig aufeinander und teilt eure Erfahrungen.

Doch was ist, wenn ihr so gar nicht dorthin gelangt? Wenn ihr vielmehr ständig im Konflikt bleibt und schlimmer noch – wenn die Meinungsverschiedenheiten zu heftigen Streits werden und immer mehr eskalieren? Wenn ihr euch nur noch anschreit und emotional verletzt? Was könnt ihr tun, wenn Konflikte immer wieder eskalieren?

Zunächst einmal könnt ihr versuchen zu erkennen, dass ihr in eurem Streit in einen Kreislauf geratet von Verletzung und Schutz. Jeder Mensch hat emotionale Verletzungen in seinem Leben erfahren, die als „Schmerzpunkte“ jeweils sorgsam beschützt werden. Nicht selten berühren wir mit unsere Schutzstrategien die Schmerzpunkte unserer Partner. Es entsteht ein „Verletzlichkeits-Zirkel“, in dem ihr euch gegenseitig in euren emotionalen Schmerzpunkten trefft – und das tragischerweise genau mit der Strategie, mit der ihr euch schützt.

Die Chance besteht nun darin, genau dies zu erkennen und aus dem Zirkel auszusteigen: „Was da wie ein Angriff von dir auf mich zukommt, ist lediglich dein Wunsch nach Schutz.“ Und mehr noch: „Ich bin gar nicht gemeint damit, denn der Schmerz kommt aus lange vergangenen Tagen, meinen und auch deinen.“ Gemeinsam könnt ihr euch so in euren Schmerzpunkten verstehen lernen und erkennen, wie ihr euch gemeinsam vor neuen Verletzungen schützen könnt.

Oft handelt es sich bei den Schmerzpunkten und den Schutzstrategien um biographisch erworbene stabile Muster und es fällt euch schwer, diese zu verändern. Dann kann eine Paartherapie oder auch eine Einzelberatung hilfreich sein. Gerne beantworte ich dir oder euch dazu in einem Erstgespräch oder einem Kennenlerntermin weitere Fragen.

Wie du mit deiner Eifersucht besser umgehen lernst

Liebe und Beziehung beruhen auf Vertrauen und Wohlwollen. Wenn du deiner Partnerperson misstraust oder sie gar kontrollieren willst, dann leidet eure Partnerschaft meist darunter. Du fragst vielleicht häufig nach, äußerst möglicherweise einen Verdacht. Du möchtest ein bedrängendes Gefühl beruhigen, dass wir meist als Eifersucht bezeichnen: die Angst, deine Partnerperson könnte sich von dir abwenden.

Meist merkst du, dass deine Wünsche nach Kontrolle und Überprüfung dich nicht beruhigen, sondern genau das Gegenteil bewirken. Deine Partnerperson reagiert gestresst, genervt und – welche Tragik – wendet sich möglicherweise wirklich von dir ab. Was also kannst du tun, um besser mit deiner Eifersucht umgehen zu können?

Zunächst einmal kannst du lernen zu verstehen, dass deine Gefühle nicht durch deine Partnerperson verursacht werden, sondern in deinem eigenen Erleben und deiner persönlichen Lebenserfahrung begründet sind. Angst, den geliebten Menschen zu verlieren, wieder enttäuscht zu werden, das Gefühl, nicht wert zu sein, geliebt zu werden und viele weitere Gefühle hast du nämlich in deiner Biographie erlernt. Und die gute Nachricht ist: du kannst diese Gefühle auch wieder verlernen. Oder besser gesagt: du kannst andere Formen des Umgangs mit deinen Gefühlen erlernen.

Du kannst lernen, deine Gefühle zu akzeptieren, als das was sie sind: ein wertvoller Teil von dir als Person. Du bist liebenswert mit allen Gefühlen. Schrittweise kannst du dann neue Erfahrungen zulassen und andere Gefühle kennen lernen. Deine Eifersucht wird weniger Raum in deiner Gefühlswelt einnehmen, je mehr angenehme Gefühle du mit Liebe und Beziehung verbindest.

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann kannst du dich gerne bei mir melden. In einem persönlichen Kennenlerntermin oder einem Erstgespräch, entweder in meinen Praxisräumen oder per Videocall beantworte ich dir oder auch euch gemeinsam gerne weitere Fragen.

Warum Beratung Begleitung in Entwicklung ist

Beratung bedeutet für mich, mit ganzem Herzen Menschen darin zu begleiten, dass sie ihren ganz persönlichen Raum für Entwicklung gestalten. Beratung ist von Anfang an und ganz zentral eine Erfahrung, wieder selbst wirksam zu sein, kreativ zu sein, ganz selbst zu sein. Ich muss nicht ein anderer werden, um mich gut und wertvoll zu fühlen!

Dazu kommt dieser „Klick“-Moment, ein Wendepunkt, eine ungeahnte Perspektive: In einer Beratung wie ich sie verstehe erlebst du mit einem mal, dass dein Problem, deine Krise, deine unentschuldbare Lebensfrage – eben dein ungelöstes Thema mit dem du in die Beratung kommst – in Wirklichkeit einen ungeahnten Schatz von Möglichkeiten in sich birgt.

In einer Beratung gestaltest du deinen ganz persönlichen Entwicklungsraum, um dich selbst neu zu entdecken. Alles was du brauchst, um deine Krise zu überwinden, trägst du bereits in dir. Du kannst lernen, es zu nutzen. Du kannst lernen, mutig zu sein und deine Ängste los lassen. Du kannst lernen, der zu sein, der du immer schon bist.

Weshalb du (noch) nicht sagen kannst, warum …

Vielleicht kennst du das: du hast etwas getan oder gesagt, dass du im Grunde nicht willst, ja, vielleicht sogar selbst ablehnst. Vielleicht hast du deine:n Partner:in angeschrien oder beleidigt. Vielleicht hast du deine:n Partner:in angelogen oder etwas verheimlicht. Vielleicht hast du dich zurückgezogen und deine:n Partner:in mit dem Abbruch eurer Beziehung gedroht, still oder mit Worten. Oder vielleicht etwas anderes.

Wenn du darauf aufmerksam gemacht wirst, dann fällt es dir möglicherweise nicht leicht, dies anzuerkennen. Du bist selbst vielleicht überrascht oder irritiert oder auch ärgerlich oder du schämst dich. DAS soll ich gemacht haben? Und dann mag vielleicht die Frage auftauchen: Warum? Ich liebe meine:n Partner:in doch und möchte eine liebevolle Beziehung und dann DAS? Du kannst es nicht sagen. Das macht es schwer für dich, für deine:n Partner:in und für euch zwei.

Weshalb ist das so? Dein Verhalten und deine Worte folgen meist deinen Beziehungsmustern, die du in deiner Kindheit erlernt hast. Dort haben sie dir geholfen, Beziehungen aufrecht zu erhalten zu deinen Bindungspersonen, die dich versorgt haben. DAS waren also einmal sehr wertvolle Fähigkeiten und Ressourcen für dich und möglicherweise sogar für dein Wohlergehen oder gar dein Überleben. Du warst in hohem Maße abhängig von deinen Bindungspersonen und hast keine Möglichkeit gehabt, die angebotenen Beziehungsformen nicht anzunehmen.

Vielleicht wurdest du angeschrien oder beschämt. Vielleicht hast du erfahren, dass deine Bindungspersonen dir nicht die Wahrheit sagen oder deine Wahrnehmungen als unzutreffend ablehnen. Vielleicht bist du mit Kontaktabbruch bestraft worden, wenn du die Erwartungen deiner Bindungspersonen nicht erfüllt hast. Und vielleicht gab es andere belastende Bindungserfahrungen. Alle diese Erfahrungen haben sich tief in deinen Körper und dein Nervensystem eingeschrieben. Sie sind sozusagen nicht von dir zu unterscheiden. Und sie sind sämtlich meist dir nicht bewusst.

Das deine Bindungsmuster so mit dir verbunden sind und dir nicht bewusst, hat einmal eine sehr wichtige Funktion gehabt. Sie haben dein Verhalten und deine Worte ohne den „störenden“ Einfluss des Nachdenkens bestimmt und damit deine Beziehungen aufrecht erhalten. Dafür war es einmal wichtig, dass du nicht fragst: warum? Überleben ist wichtiger gewesen als das „gute“ Leben.

Nun die gute Nachricht: du kannst als erwachsener Mensch lernen, deine Bindungsmuster zu erkennen, deine Verletzungen und Trigger wahrzunehmen und dich bewusst anders zu entscheiden. Vielleicht für eine liebevolle Beziehung zu deiner:m aktuellen Partner:in.

Wenn du nun Interesse und Lust hast mehr zu erfahren, wie du deine Bindungsmuster erkennen und damit deine Beziehungen bewusst verändern kannst, informiere ich dich in einem Kennenlerntermin online oder frage ein Erstgespräch an. Ich freue mich auf dich!

Wie Patchwork (trotzdem) gelingt

Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, ob es eine gute Entscheidung war, sich mit Kindern neu zu verpartnern? Oder gar neu verpartnert nochmals Eltern zu werden? Dann lebt ihr in einer Patchworkfamilie. Und ihr teilt wahrscheinlich die Erfahrung, dass ihr vorher keine Ahnung hattet, wovon andere vielleicht nur erzählt haben. Es ist anstrengend, es ist herausfordernd, es ist überfordernd. Und das sind nur die freundlichen Worte.

Warum nur ist es so schwer, eine „normale“ Familie zu werden? Zunächst einmal wirft ein Patchwork Familiensystem viele Fragen auf, die nicht vorab durch Konventionen geklärt sind. Wie ist das Verhältnis der Kinder zu den hinzu gewonnenen Partner:innen? Wie sind eure und die Beziehung eurer neuen Partner:innen gestaltet (oder nicht gestaltet) zu den Ex-Partner:innen, die ja weiterhin Mutter oder Vater für eure Kinder sind? Und wie wollt ihr das Geschwisterverhältnis unterstützen zwischen euren Kindern, die unterschiedliche Elternverhältnisse erleben, vielleicht sogar unterschiedliche Lebensmittelpunkte haben? Und nicht zuletzt, welche Beziehung oder Bindung sollen eure neu hinzu gewonnenen Kinder zu euren Ex-Partner:innen haben (dürfen)?

Lasst all diese Fragen einmal durch euch hindurch wandern. An welchen Punkten spürt ihr starke Gefühle, Ärger, Trauer, Abwehr, Schmerz? All diese Fragen, welche nun gerade eure Gestaltungsmöglichkeiten im Patchwork ausmachen, sind belegt mit oft tiefgreifenden und zumeist auch unbewussten Bindungserfahrungen von euch. Die Antwort auf die Frage, wie Patchwork gelingen kann, liegt daher auch in der Beantwortung der Frage nach euren eigenen Bindungserfahrungen in der Kindheit. Je nachdem, was ihr an Bindung erfahren habt, gestalten sich eure Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen und auch eure Widerstände, Abneigungen, eure Wut und euer Schmerz in Beziehungen.

In meiner Arbeit mit Familien unterstütze ich Eltern darin, ihre eigenen Bindungserfahrungen zu reflektieren und zu verstehen, wie daraus eigene Muster in Beziehung zu sein entstanden sind. Dann können auch spätere erwachsene Beziehungen und Trennungen in die eigene Bindungsgeschichte eingeordnet werden. Oftmals wird bereits in dieser Arbeit sichtbar, was Eltern davon abhält, gute Entscheidungen zu treffen oder mögliche Lösungen zu akzeptieren. Dann beginnt ein bewusster Entwicklungsprozess, kreativ, freudig, emotional, achtsam in Verbindung, feinfühlig an Grenzen, alte Glaubenssätze werden verworfen, Unvorhergesehenes wird erlebt. Das ist Patchwork.

Wenn ihr euch wiedererkannt habt und nun Lust habt, dass in eurem eigenen ganz besonderen Patchwork auch etwas so Wunderbares sich ereignen soll, dann kann eine bindungsbasierte Familienberatung oder Familientherapie eine gute Entscheidung sein. Gerne berate ich euch dazu in einem persönlichen Erstgespräch oder vereinbart einen Kennenlerntermin mit mir. Ich freue mich auf euch und euer Patchwork!

Wie du mehr du selbst sein kannst

Es ist eine grundsätzlich menschliche Erfahrung. Wir möchten uns so oder so verhalten, wollen dieses oder jenes so oder so erleben und fühlen, stellen uns vor, so oder so wären wir glücklich und sind es dann doch nicht. Wir sind kurz gesagt oftmals nicht die, die wir sein wollen. Sondern anders. Vielleicht kennst du diese Erfahrung und hast sie auf die ein oder andere Art bereits gemacht.

In meinen Beratungen und Coachings mit Einzelpersonen, Paaren und Familien geht es häufig auch darum, dass Menschen lernen wollen, sie selbst zu sein. „Werde, der du bist“ ist bereits ein Zitat des antiken griechischen Dichters Pindar, der zur Selbsterkenntnis aufruft, sein wahres inneres Wesen durch Lernen und Erfahrung zu entfalten. Hier treffen für mich philosophische, psychologische, sowie bindungsbasierte und traumasensible Aspekte zusammen.

Wie kannst du es also erreichen, zu werden der du bist? Zunächst kann es dir helfen, verschiedene Ebenen von dir selbst, deinem Erleben und Handeln zu unterscheiden:
1. Surface/ Oberfläche – deine aktuelle Lebenssituation und wie du sie bewältigst.
2. Center/ Mittlere Ebene – deine Ressourcen, Fähigkeiten, Strategien und Muster, die dir helfen, immer wieder neu Ziele zu finden, dein Leben zu gestalten und auch Herausforderungen und Schwierigkeiten zu bewältigen.
3. Source/ Basis – deine biographischen Erfahrungen, vor allem der (frühen) Kindheit, welche deine Bindungsmuster und Muster emotionaler Regulation begründen.

In der Erfahrung, dass wir nicht die sind, die wir sein wollen, bewegen wir uns meist auf der ersten Ebene.. Wir setzen uns Ziele und verfehlen sie. Wir behaupten Werte und handeln entgegen. Wir wollen in Beziehung sein und werden missverstanden. Wir möchten eine Gewohnheit verändern und schaffen es nicht. Auf der ersten Ebene erscheinen diese Schwierigkeiten als Problem, das wir beseitigen wollen.

Unsere Kompetenzen, solche als Probleme erkannten Schwierigkeiten, Muster, Vorstellungen und Glaubenssätze zu bewältigen oder zu verändern befinden sich meist auf der zweiten Ebene. Oftmals sind uns diese Strategien der Bewältigung nicht bewusst und dennoch funktionieren sie. Manchmal erscheinen die Schwierigkeiten zu groß oder du hast das Gefühl, nicht kompetent genug zu sein. Dann kann eine Beratung oder ein Coaching dir helfen, Lösungskompetenzen zu erweitern. Du schaust dabei bewusst auf deine Fähigkeiten und Ressourcen, aus Schwierigkeiten werden Übungsmöglichkeiten.

Es kommt vor, dass es dir trotz vieler Übungsmöglichkeiten nicht gelingt, deine Schwierigkeiten über erweiterte Lösungskompetenzen zu bewältigen. Du hängst bildlich gesprochen in deinen Mustern fest, sie bleiben selbst Problem und werden nicht zur Lösung. Dann kann ein Blick auf Ebene drei hilfreich sein. In der Regel sind uns diese Aspekte unserer Selbst nicht oder nur wenig bewusst. Wo und wann und aus welchem (guten) Grund haben sich deine Bindungsmuster und Muster emotionaler Regulation entwickelt? Kannst du lernen, dich in Akzeptanz und mit Wohlwollen diesen eigenen inneren Anteilen zuwenden?

Auf welcher Ebene du auch immer bewusst dich neuen Erfahrungen stellen magst, du wirst in jedem Fall lernen, mehr du selbst zu sein. In Wahrheit warst und bist du es immer. Auch mit deinen Verletzungen und deinen Schwächen und deinen Ängsten. Du bist ein wundervoller Mensch.

Du hast nun Interesse und Lust mehr zu erfahren, welche Möglichkeiten du in einer Beratung oder einem Coaching hast? Gerne informiere ich dich in einem Kennenlerntermin online oder frage ein Erstgespräch an.

Mit Achtsamkeit zu mehr guten Gesprächen finden

Ihr möchtet weniger Streit und Konflikte und wieder mehr gute Gespräche haben? Auch konflikthafte Themen mit einem guten Gefühl von Verbundenheit besprechen? Vielleicht erscheint es euch derzeit fast unmöglich oder zu schön um wahr zu sein: Es ist möglich!

In vielen Beratungen habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass Schwierigkeiten in der Kommunikation von Paaren gemeinsam überwunden werden können. Eine Möglichkeit dahin zu gelangen, ist eine regelmässige Praxis von Achtsamkeit in der Paarbeziehung. Wie genau kann dies aussehen?

Schritt eins: Bewusstsein. Werdet euch eurer Bedürfnisse, Erwartungen und Motive in der Paarbeziehung bewusst und teilt dieses Wissen miteinander. Viel zu oft folgen wir unbewussten biographisch erworbenen Mustern in Beziehungen. Sich bewusst darüber zu werden, wie wir uns aufgrund dieser Muster in Beziehungen verhalten, kann sehr hilfreich sein. Wenn wir dieses Wissen teilen, können wir verstanden werden.

Schritt 2: Akzeptanz. Ihr seid die Menschen, die ihr seid, mit den Beziehungsmustern, die ihr biographisch erworben habt. Nicht super perfekt, nicht abgrundtief schlecht. Eher so mittelgut. Das ist in Ordnung. Manchmal sagen oder tun wir etwas ganz Großartiges. Manchmal auch etwas möglicherweise sehr Schlechtes oder Verletzendes. Wenn wir uns akzeptieren, wie wir sind, können wir uns ohne Angst zeigen und von anderen akzeptiert werden.

Schritt drei: Wohlwollen. Wenn ihr Bewusstsein vergrößert und Akzeptanz übt für das, was ihr seid, dann dürft ihr mit Wohlwollen auf euch und eure Möglichkeiten schauen. Wohlwollen bedeutet, dass ihr immer davon ausgeht, dass ihr selbst und auch andere im Grunde immer etwas Gutes wollen. Dann entsteht Raum für Verzeihen und Veränderung.

Ihr habt nun Lust darauf, mehr zu erfahren und diese Schritte auszuprobieren? Nur zu! Gerne informiere ich euch mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.