Weshalb du (noch) nicht sagen kannst, warum …

Vielleicht kennst du das: du hast etwas getan oder gesagt, dass du im Grunde nicht willst, ja, vielleicht sogar selbst ablehnst. Vielleicht hast du deine:n Partner:in angeschrien oder beleidigt. Vielleicht hast du deine:n Partner:in angelogen oder etwas verheimlicht. Vielleicht hast du dich zurückgezogen und deine:n Partner:in mit dem Abbruch eurer Beziehung gedroht, still oder mit Worten. Oder vielleicht etwas anderes.

Wenn du darauf aufmerksam gemacht wirst, dann fällt es dir möglicherweise nicht leicht, dies anzuerkennen. Du bist selbst vielleicht überrascht oder irritiert oder auch ärgerlich oder du schämst dich. DAS soll ich gemacht haben? Und dann mag vielleicht die Frage auftauchen: Warum? Ich liebe meine:n Partner:in doch und möchte eine liebevolle Beziehung und dann DAS? Du kannst es nicht sagen. Das macht es schwer für dich, für deine:n Partner:in und für euch zwei.

Weshalb ist das so? Dein Verhalten und deine Worte folgen meist deinen Beziehungsmustern, die du in deiner Kindheit erlernt hast. Dort haben sie dir geholfen, Beziehungen aufrecht zu erhalten zu deinen Bindungspersonen, die dich versorgt haben. DAS waren also einmal sehr wertvolle Fähigkeiten und Ressourcen für dich und möglicherweise sogar für dein Wohlergehen oder gar dein Überleben. Du warst in hohem Maße abhängig von deinen Bindungspersonen und hast keine Möglichkeit gehabt, die angebotenen Beziehungsformen nicht anzunehmen.

Vielleicht wurdest du angeschrien oder beschämt. Vielleicht hast du erfahren, dass deine Bindungspersonen dir nicht die Wahrheit sagen oder deine Wahrnehmungen als unzutreffend ablehnen. Vielleicht bist du mit Kontaktabbruch bestraft worden, wenn du die Erwartungen deiner Bindungspersonen nicht erfüllt hast. Und vielleicht gab es andere belastende Bindungserfahrungen. Alle diese Erfahrungen haben sich tief in deinen Körper und dein Nervensystem eingeschrieben. Sie sind sozusagen nicht von dir zu unterscheiden. Und sie sind sämtlich meist dir nicht bewusst.

Das deine Bindungsmuster so mit dir verbunden sind und dir nicht bewusst, hat einmal eine sehr wichtige Funktion gehabt. Sie haben dein Verhalten und deine Worte ohne den „störenden“ Einfluss des Nachdenkens bestimmt und damit deine Beziehungen aufrecht erhalten. Dafür war es einmal wichtig, dass du nicht fragst: warum? Überleben ist wichtiger gewesen als das „gute“ Leben.

Nun die gute Nachricht: du kannst als erwachsener Mensch lernen, deine Bindungsmuster zu erkennen, deine Verletzungen und Trigger wahrzunehmen und dich bewusst anders zu entscheiden. Vielleicht für eine liebevolle Beziehung zu deiner:m aktuellen Partner:in.

Wenn du nun Interesse und Lust hast mehr zu erfahren, wie du deine Bindungsmuster erkennen und damit deine Beziehungen bewusst verändern kannst, informiere ich dich in einem Kennenlerntermin online oder frage ein Erstgespräch an. Ich freue mich auf dich!

Wie Patchwork (trotzdem) gelingt

Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, ob es eine gute Entscheidung war, sich mit Kindern neu zu verpartnern? Oder gar neu verpartnert nochmals Eltern zu werden? Dann lebt ihr in einer Patchworkfamilie. Und ihr teilt wahrscheinlich die Erfahrung, dass ihr vorher keine Ahnung hattet, wovon andere vielleicht nur erzählt haben. Es ist anstrengend, es ist herausfordernd, es ist überfordernd. Und das sind nur die freundlichen Worte.

Warum nur ist es so schwer, eine „normale“ Familie zu werden? Zunächst einmal wirft ein Patchwork Familiensystem viele Fragen auf, die nicht vorab durch Konventionen geklärt sind. Wie ist das Verhältnis der Kinder zu den hinzu gewonnenen Partner:innen? Wie sind eure und die Beziehung eurer neuen Partner:innen gestaltet (oder nicht gestaltet) zu den Ex-Partner:innen, die ja weiterhin Mutter oder Vater für eure Kinder sind? Und wie wollt ihr das Geschwisterverhältnis unterstützen zwischen euren Kindern, die unterschiedliche Elternverhältnisse erleben, vielleicht sogar unterschiedliche Lebensmittelpunkte haben? Und nicht zuletzt, welche Beziehung oder Bindung sollen eure neu hinzu gewonnenen Kinder zu euren Ex-Partner:innen haben (dürfen)?

Lasst all diese Fragen einmal durch euch hindurch wandern. An welchen Punkten spürt ihr starke Gefühle, Ärger, Trauer, Abwehr, Schmerz? All diese Fragen, welche nun gerade eure Gestaltungsmöglichkeiten im Patchwork ausmachen, sind belegt mit oft tiefgreifenden und zumeist auch unbewussten Bindungserfahrungen von euch. Die Antwort auf die Frage, wie Patchwork gelingen kann, liegt daher auch in der Beantwortung der Frage nach euren eigenen Bindungserfahrungen in der Kindheit. Je nachdem, was ihr an Bindung erfahren habt, gestalten sich eure Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen und auch eure Widerstände, Abneigungen, eure Wut und euer Schmerz in Beziehungen.

In meiner Arbeit mit Familien unterstütze ich Eltern darin, ihre eigenen Bindungserfahrungen zu reflektieren und zu verstehen, wie daraus eigene Muster in Beziehung zu sein entstanden sind. Dann können auch spätere erwachsene Beziehungen und Trennungen in die eigene Bindungsgeschichte eingeordnet werden. Oftmals wird bereits in dieser Arbeit sichtbar, was Eltern davon abhält, gute Entscheidungen zu treffen oder mögliche Lösungen zu akzeptieren. Dann beginnt ein bewusster Entwicklungsprozess, kreativ, freudig, emotional, achtsam in Verbindung, feinfühlig an Grenzen, alte Glaubenssätze werden verworfen, Unvorhergesehenes wird erlebt. Das ist Patchwork.

Wenn ihr euch wiedererkannt habt und nun Lust habt, dass in eurem eigenen ganz besonderen Patchwork auch etwas so Wunderbares sich ereignen soll, dann kann eine bindungsbasierte Familienberatung oder Familientherapie eine gute Entscheidung sein. Gerne berate ich euch dazu in einem persönlichen Erstgespräch oder vereinbart einen Kennenlerntermin mit mir. Ich freue mich auf euch und euer Patchwork!

Wie ihr wieder Vertrauen zueinander gewinnt

Da sind vielleicht kleine Heimlichkeiten, etwas wird verschwiegen, vielleicht auch gelogen. Oder es gibt bereits eine Affäre oder Aussenbeziehung. Euer Vertrauen zueinander ist belastet oder vielleicht auch bereits nachhaltig beschädigt.

Und doch habt ihr das Gefühl, es gibt noch etwas, dass euch beieinander hält. Ihr seid auf der Suche nach neuem Vertrauen zueinander. Und vielleicht ist es schön für euch zu hören: Vertrauen kann zwar verloren gehen, es kann jedoch ebenso wieder neu zwischen euch wachsen!

Ihr könnt neues Vertrauen gewinnen, weil ihr tief in euch die Fähigkeit zum Vertrauen habt. Wir sind bildungsfähige Wesen, weil wir aufeinander angewiesen sind. Wir erfahren und lernen zu vertrauen bereits sehr früh in unserem Leben von unseren ersten Bezugspersonen: „Du bist für mich da, ich bin geschützt und ich kann mich auf dich verlassen.“

Wenn wir in unserer frühen Kindheit feinfühlig und achtsam begleitet werden, kann sich unsere Fähigkeit zu vertrauen entwickeln. Wir lernen, dass wir anderen vertrauen können und wie andere uns vertrauen schenken mögen. Wenn wir nicht so feinfühlig begleitet wurden, kann diese natürliche Entwicklung beschädigt oder eingeschränkt werden. Du bleibst jedoch in jedem Fall ein wunderbarer und bindungsfähiger Mensch!

Es kommt also darauf an, dass ihr den Blick wendet, weg von der Idee, der andere muss meines Vertrauens „würdig“ sein. Hin zu der Frage, wie kann ich wieder ein Vertrauen in mir selbst finden? Wo ist meine natürliche Fähigkeit zu vertrauen beschädigt oder noch nicht gut entwickelt?

In einer bindungsbasierten Beratung könnt ihr als Paar oder auch als Einzelperson eure Fähigkeit zu vertrauen entwickeln und stärken. Erfahrt, wie ihr euch selbst und anderen Vertrauen schenkt und wie andere euch gerne ihr Vertrauen schenken mögen. Lernt auf der Grundlage eurer Bindungsfähigkeit wieder Vertrauen zueinander zu gewinnen.

Ihr habt Lust darauf, dies auszuprobieren? Nur zu! Gerne informiere ich euch mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.

Was unsere Bindungsmuster mit Affären und Fremdgehen zu tun haben

Wie wir in Beziehung mit anderen sein können, lernen wir bereits sehr früh in der Kindheit über die Bindung zu unseren ersten Bezugspersonen. Die dabei entstehenden Bindungsmuster sind uns meist nicht bewusst, bestimmen jedoch nachhaltig unsere Fähigkeit zu lieben, zu vertrauen, einander nah zu sein und auch welche Bedürfnisse wir in Beziehungen haben.

Hast du in deinem Leben viele sichere Bindungserfahrungen machen können, wird es dir eher leicht fallen zu vertrauen und Nähe oder Distanz zu regulieren. Du wirst eher deine Bedürfnisse und Wünsche in der Paarbeziehung äußern und auch leben können. Wozu solltest du also eine Affäre haben wollen, wenn du auch mit deiner*m Partner*in alle deine Beziehungsträume teilen oder auch eine offene Beziehung leben kannst?

Fehlen dir sichere Bindungserfahrungen, dann  werden auch deine Bindungsmuster stärker von Unsicherheit oder gar emotionalem Durcheinander geprägt sein. „Fremdgehen“ mag sogar in deiner Kindheit überlebensnotwendig gewesen sein, da deine ersten Bindungspersonen dich nicht ausreichend versorgt haben. Dass dabei deine Bedürfnisse erfüllt werden, ist dir wichtiger gewesen, als eine nachhaltige Beziehung oder Bindung. Gar andere zu versorgen, emotionale Ressourcen zu teilen, ist dir eher fremd geblieben, ebenso Vertrauen in andere zu haben oder selbst vertrauensvoll zu sein.

Im Unterschied zu diesen eher psychologisch verstandenen Bindungsmustern stellt die Idee der Monogamie erst einmal eine kulturelle Konvention dar. Unsere Bindungsmuster oder Bedürfnisse in der Paarbeziehung können also im Konflikt mit unseren angenommenen oder geäußerten Werten in der Beziehung stehen. Affären und Fremdgehen sind einfach ein möglicher Ausdruck dieses emotionalen Konflikts.

Es ist es daher sehr wichtig, Menschen mit unsicheren oder chaotischen Bindungsmustern nicht zu verurteilen. Ich persönlich bewerte in meiner Arbeit mit Menschen „Fremdgehen“ oder „Affären“ nicht. Vielmehr empfehle ich einen Blick auf die zu Grunde liegenden Bindungsmuster, Bedürfnisse und Wünsche. Gerne informiere ich dich mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.