Wie ihr wieder Vertrauen zueinander gewinnt

Da sind vielleicht kleine Heimlichkeiten, etwas wird verschwiegen, vielleicht auch gelogen. Oder es gibt bereits eine Affäre oder Aussenbeziehung. Euer Vertrauen zueinander ist belastet oder vielleicht auch bereits nachhaltig beschädigt.

Und doch habt ihr das Gefühl, es gibt noch etwas, dass euch beieinander hält. Ihr seid auf der Suche nach neuem Vertrauen zueinander. Und vielleicht ist es schön für euch zu hören: Vertrauen kann zwar verloren gehen, es kann jedoch ebenso wieder neu zwischen euch wachsen!

Ihr könnt neues Vertrauen gewinnen, weil ihr tief in euch die Fähigkeit zum Vertrauen habt. Wir sind bildungsfähige Wesen, weil wir aufeinander angewiesen sind. Wir erfahren und lernen zu vertrauen bereits sehr früh in unserem Leben von unseren ersten Bezugspersonen: „Du bist für mich da, ich bin geschützt und ich kann mich auf dich verlassen.“

Wenn wir in unserer frühen Kindheit feinfühlig und achtsam begleitet werden, kann sich unsere Fähigkeit zu vertrauen entwickeln. Wir lernen, dass wir anderen vertrauen können und wie andere uns vertrauen schenken mögen. Wenn wir nicht so feinfühlig begleitet wurden, kann diese natürliche Entwicklung beschädigt oder eingeschränkt werden. Du bleibst jedoch in jedem Fall ein wunderbarer und bindungsfähiger Mensch!

Es kommt also darauf an, dass ihr den Blick wendet, weg von der Idee, der andere muss meines Vertrauens „würdig“ sein. Hin zu der Frage, wie kann ich wieder ein Vertrauen in mir selbst finden? Wo ist meine natürliche Fähigkeit zu vertrauen beschädigt oder noch nicht gut entwickelt?

In einer bindungsbasierten Beratung könnt ihr als Paar oder auch als Einzelperson eure Fähigkeit zu vertrauen entwickeln und stärken. Erfahrt, wie ihr euch selbst und anderen Vertrauen schenkt und wie andere euch gerne ihr Vertrauen schenken mögen. Lernt auf der Grundlage eurer Bindungsfähigkeit wieder Vertrauen zueinander zu gewinnen.

Ihr habt Lust darauf, dies auszuprobieren? Nur zu! Gerne informiere ich euch mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.

Was unsere Bindungsmuster mit Affären und Fremdgehen zu tun haben

Wie wir in Beziehung mit anderen sein können, lernen wir bereits sehr früh in der Kindheit über die Bindung zu unseren ersten Bezugspersonen. Die dabei entstehenden Bindungsmuster sind uns meist nicht bewusst, bestimmen jedoch nachhaltig unsere Fähigkeit zu lieben, zu vertrauen, einander nah zu sein und auch welche Bedürfnisse wir in Beziehungen haben.

Hast du in deinem Leben viele sichere Bindungserfahrungen machen können, wird es dir eher leicht fallen zu vertrauen und Nähe oder Distanz zu regulieren. Du wirst eher deine Bedürfnisse und Wünsche in der Paarbeziehung äußern und auch leben können. Wozu solltest du also eine Affäre haben wollen, wenn du auch mit deiner*m Partner*in alle deine Beziehungsträume teilen oder auch eine offene Beziehung leben kannst?

Fehlen dir sichere Bindungserfahrungen, dann  werden auch deine Bindungsmuster stärker von Unsicherheit oder gar emotionalem Durcheinander geprägt sein. „Fremdgehen“ mag sogar in deiner Kindheit überlebensnotwendig gewesen sein, da deine ersten Bindungspersonen dich nicht ausreichend versorgt haben. Dass dabei deine Bedürfnisse erfüllt werden, ist dir wichtiger gewesen, als eine nachhaltige Beziehung oder Bindung. Gar andere zu versorgen, emotionale Ressourcen zu teilen, ist dir eher fremd geblieben, ebenso Vertrauen in andere zu haben oder selbst vertrauensvoll zu sein.

Im Unterschied zu diesen eher psychologisch verstandenen Bindungsmustern stellt die Idee der Monogamie erst einmal eine kulturelle Konvention dar. Unsere Bindungsmuster oder Bedürfnisse in der Paarbeziehung können also im Konflikt mit unseren angenommenen oder geäußerten Werten in der Beziehung stehen. Affären und Fremdgehen sind einfach ein möglicher Ausdruck dieses emotionalen Konflikts.

Es ist es daher sehr wichtig, Menschen mit unsicheren oder chaotischen Bindungsmustern nicht zu verurteilen. Ich persönlich bewerte in meiner Arbeit mit Menschen „Fremdgehen“ oder „Affären“ nicht. Vielmehr empfehle ich einen Blick auf die zu Grunde liegenden Bindungsmuster, Bedürfnisse und Wünsche. Gerne informiere ich dich mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.