Wie sich ein Trauma auf deine aktuelle Paarbeziehung auswirken kann

In vielen konflikthaften Paarbeziehungen sind belastende Erfahrungen der Partner in der Kindheit oder seelische Traumata eines Partners oder gar beider, Auslöser für immer wieder neue Schwierigkeiten und Krisen. Vielleicht ist es bei dir oder euch auch so, ihr kommt aus im Grunde geringem Anlass in starke oder sogar eskalierende Konflikte.

Die erlittenen seelischen Verletzungen können dafür verantwortlich sein, dass im aktuellen Beziehungsgeschehen in euch bestimmte Gefühle und Verhaltensweisen ausgelöst werden. Diese Traumafolgen sind meist unbewusst und können daher nicht von euch kontrolliert werden.

Dies betrifft zunächst einmal deine Wahrnehmung. Du fühlst dich überwältigt von negativen Gefühlen. du bewertest Verhalten und Worte deines Partners/ deiner Partnerin deshalb oft als Abwertung, Vorwurf oder sogar als Angriff und Gefahr. Du fühlst dich dann unverstanden und allein gelassen in der Paarbeziehung, abgelehnt und zurück gewiesen, nicht gesehen in deinen Bedürfnissen und Schwierigkeiten.

Nicht selten haben du und dein:e Partner:in jeweils ähnliche Gefühle, ihr könnt darüber aber nicht mehr in Ruhe sprechen. Wahrscheinlich machst du deine Partnerin/ deinen Partner sogar dafür verantwortlich oder du wirst verantwortlich gemacht. Ein Zirkel von Vorwürfen entsteht.

Und damit betreffen traumatische Belastungen zusätzlich dein und euer Verhalten. Statt auf die momentanen Konfliktpunkte reagiert euer Nervensystem autonom und ohne bewusste Überlegung mit eurem jeweiligen persönlichen Bewältigungsmuster. Du wirst zum Beispiel laut, aggressiv, einseitig, angreifend oder auch stumm, unterwürfig, versuchst auch unangenehme Erwartungen zu erfüllen, bist abwehrend.

Und um das Desaster komplett zu machen, führen eure jeweiligen Bewältigungsmuster wechselseitig in einen selbst verstärkenden Zirkel von Reaktion und Reaktion. Ein Muster ohne Ausgang für euch entsteht.

Dir kommt das bekannt vor und du fühlst manchmal ähnlich? Dann kann eine traumsensible Paartherapie dir und deinem:r Partner:in helfen, dass ihr für euch einen guten Umgang damit findet und euch langfristig besser fühlt. Gerne berate ich dich oder euch dazu in einem Erstgespräch oder vereinbare einfach ein kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir.

Warum du in deinen Ängsten und Unsicherheiten so oft bestätigt wirst

Eine kurze Geschichte. Ich wandere durch die Berge und komme immer mal wieder an Grundstücken vorbei, an denen ein Hund mich hinter einem Zaun oder einer Mauer wild anbellt. Jedes Mal packt mich kurz eine Angst, der Hund könnte doch irgendwie gleich zähnefletschend vor mir stehen. Und dann, ohne bellen oder Vorwarnung, steht da plötzlich ein Hund vor mir. Bellt nicht, knurrt nicht, steht nur da mitten auf meinem Weg.

Obwohl die Situation im Nachgang in Ruhe betrachtet ungefährlich Ist, habe ich dennoch große Angst. Warum? All diese von mir so wahrgenommenen wilden gefährlichen Hunde unterwegs haben meine Wahrnehmung stark eingeschränkt. Meine Bewertung der Situation bereits vorab festgelegt. Ich erwarte die gefährliche Situation. Mein Nervensystem hat darauf hin alles bereits vorbereitet.

Auf den Moment hin reagiert mein Körper. Ich spüre die „Gefahr“ unvermittelt körperlich. mir wird heiß, Stress ist hoch, meine Wahrnehmung ist getrübt, mein Denken setzt aus. Bloß weg von hier! Meine Angst folgt ohne Überprüfung meinen vorab bewerteten Erfahrungen des Tages. Mein autonomes Nervensystem „schützt“ mich: „Es ist nicht so wichtig, ob die Gefahr wirklich besteht. Es wäre dagegen gefährlich, eine Gefahr zu übersehen.“

Und damit kommt etwas hinzu, dass bisher noch nicht benannt ist. Mein Nervensystem ist sozusagen bereits vor langer Zeit „programmiert“ worden. Und richtig, ich erinnere mich an schlimme Erfahrungen mit einem Hund in der Familie aus Kindertagen. Ein Hund bedeutet „Gefahr“ hat mein Körper damals gelernt. Belastende oder traumatische Erfahrungen können als Reaktionsmuster an bestimmte Gefühle gekoppelt werden.

Und nun zur Ausgangsfrage warum deine Ängste und Unsicherheiten so oft bestätigt werden. Es sind deine Erwartungen, geprägt durch deine Erfahrungen, welche deine Wahrnehmungen lenken können. Hast du viele biographische Erfahrungen von Angst und Unsicherheit erlebt, wirst du unbewusst nach weiteren Erfahrungen dieser Art suchen.

Und genau hier liegt auch deine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Du kannst ganz bewusst damit beginnen, deinen Fokus auf schöne und positive Erfahrungen zu lenken. Das braucht Übung und ist ein Prozess.

Du hast Lust darauf, dies auszuprobieren? Nur zu! Gerne informiere ich dich mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.

Wie deine Erwartungen bestimmen wie du die Welt siehst

Stell dir vor, du gehst einen Weg, der schnurgerade durch die Landschaft verläuft. Da dich dein Weg auf und ab führt, kannst du jeweils eine Weile nicht sehen, was hinter dem nächsten Hügel dir entgegen kommt. Was stellst du dir vor? Kommen dir dort Gefahren entgegen? Ein viel zu schneller Radfahrer vielleicht?

Wenn dir das bekannt vorkommt, darfst du dich nun einmal fragen, wie oft du bei Ungewissheit etwas Negatives erwartest. Ist es eher dein Erwartungsmuster, dass bestimmt etwas Schlechtes dir passieren wird, dir Gefahr droht, bestenfalls wird es nicht schlimmer, als es ist? Und hast du den Eindruck, dass dir öfter als anderen etwas Schlechtes passiert?

Wenn du erwartest, dass dir Gefahr droht, dann hast du dich bereits innerlich darauf vorbereitet. Dein Körper ist in Anspannung, auf einen Notfall eingestellt, unter Stress. Im Grunde braucht es nun keinen Radfahrer mehr. Du erlebst die gefährliche Situation bereits vorab in deiner Vorstellung. Du signalisierst dir selbst: die Welt ist ein gefährlicher Ort.

So bestimmen deine Erwartungen wie du die Welt siehst: Bei negativen Erwartungen stellt dein autonomes Nervensystem deinen Körper und deine Wahrnehmungen bereits auf einen möglichen Notfall ein. Es verändern sich Herzschlag, Körperspannung, Atmung, dein Wahrnehmungsfeld verengt sich. Wie sollte dir da etwas Gutes passieren?

Und nun die gute Nachricht: das muss nicht so bleiben. Du kannst dein Erwartungsmuster bewusst verändern. Das braucht etwas Übung und auch Zeit. Aber es kann gelingen. Gerne informiere ich dich mehr dazu in einem persönlichen Erstkontakt oder Kennenlerngespräch.